Konto 0700 ist ein aktivseitiges Minuskonto (Wertberichtigung), auf dem sich die im Lauf der Jahre gebuchten Abschreibungen des Anlagevermögens sammeln. Bei der indirekten AfA-Methode bleibt das Anlagegut mit seinen historischen Anschaffungskosten stehen, während der Wertverzehr getrennt auf 0700 kumuliert wird. So bleibt im Anlagenspiegel jederzeit ablesbar, was ein Gut gekostet hat und wie weit es schon abgeschrieben ist.
Einordnung: Kontenklasse 0 (Anlagevermögen) · Bilanz.
Wann buche ich auf dieses Konto?
- Gegenbuchung der planmäßigen Jahres-AfA, wenn die Abschreibung indirekt (nicht direkt am Anlagekonto) erfasst wird.
- Auflösung der kumulierten Abschreibung beim Abgang eines Anlageguts, um den Restbuchwert korrekt auszubuchen.
0700 ist kein Aufwandskonto — der Abschreibungsaufwand selbst steht in Klasse 7 (7010 bzw. die spezifischen AfA-Konten). Für einzelne Anlagengruppen führt der Numeris-Kontenrahmen eigene Wertberichtigungskonten: Gebäude auf 0190, Maschinen auf 0490, Betriebs- und Geschäftsausstattung samt Fahrzeugen auf 0690. 0700 dient als übergreifendes Sammel-Wertberichtigungskonto.
Buchungssätze
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 7010 Abschreibungen Sachanlagen | 12.500,00 € | |
| 0700 Kumulierte Abschreibungen | 12.500,00 € |
Der Aufwand mindert das Ergebnis über 7010; die Gegenbuchung erhöht die kumulierte Wertberichtigung auf 0700, ohne das Anlagekonto anzutasten.
| Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|
| 0700 Kumulierte Abschreibungen | 16.000,00 € | |
| 8650 Buchwert abgegangener Anlagen | 4.000,00 € | |
| 0300 Technische Anlagen und Maschinen | 20.000,00 € |
Beim Abgang wird die bisher aufgelaufene AfA (16.000) gegen die historischen Anschaffungskosten (20.000) verrechnet; der verbleibende Restbuchwert (4.000) geht als Aufwand auf 8650.
Direkte und indirekte Abschreibung — zwei Wege
Für die Verbuchung der planmäßigen Abschreibung gibt es zwei zulässige Wege. Bei der direkten Methode wird die AfA unmittelbar am Anlagekonto gegengebucht; dessen Buchwert sinkt dadurch Jahr für Jahr, ein Konto wie 0700 wird nicht benötigt. Bei der indirekten Methode bleibt das Anlagegut mit seinen historischen Anschaffungskosten stehen, und der Wertverzehr sammelt sich getrennt auf dem Wertberichtigungskonto 0700 (der Abschreibungsaufwand läuft in beiden Fällen über Klasse 7, etwa 7010). Der in der Bilanz ausgewiesene Restbuchwert ist bei beiden Methoden identisch.
Die direkte Methode ist das gängige Standard-Vorgehen und wird für die laufende Buchhaltung empfohlen — sie ist einfacher und kommt ohne zusätzliche Wertberichtigungskonten aus. Die indirekte Methode (für die 0700 vorgesehen ist) bleibt eine zulässige Alternative, die vor allem dort Vorteile bietet, wo der Bruttowert dauerhaft sichtbar bleiben soll.
| Methode | Buchung der AfA | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Direkt | Aufwand (7xxx) an Anlagekonto (0xxx) | Einfach; Buchwert direkt am Konto ablesbar; keine Zusatzkonten | Historische Anschaffungskosten am Konto nicht mehr erkennbar |
| Indirekt | Aufwand (7xxx) an Wertberichtigung (0700) | Anschaffungskosten und Wertverzehr getrennt sichtbar; Anlagenspiegel direkt ableitbar | Mehr Konten; Restbuchwert erst als Differenz erkennbar |
Hinweis: Ob und wie eine Umstellung zwischen den Methoden erfolgt, ist eine organisatorische bzw. programmseitige Frage und im Einzelfall mit der steuerlichen Vertretung abzustimmen.
Bezug zum Anlagenspiegel — § 226 UGB
Der praktische Nutzen der indirekten Methode liegt im Anlagenspiegel. § 226 UGB verlangt die Entwicklung des Anlagevermögens von den Anschaffungskosten über Zu- und Abgänge sowie die kumulierten Abschreibungen bis zum Restbuchwert. Weil 0700 den aufgelaufenen Wertverzehr getrennt vom Bruttowert führt, lassen sich diese Angaben unmittelbar ableiten. Bei der direkten Methode wäre der Bruttowert nach einigen Jahren nicht mehr ohne Zusatzaufzeichnungen erkennbar.
Auflösung beim Anlagenabgang
Scheidet ein Anlagegut aus — durch Verkauf, Verschrottung oder Totalschaden —, wird die dafür aufgelaufene kumulierte Abschreibung gegen die Anschaffungskosten verrechnet. Ein verbleibender Restbuchwert geht als Aufwand über 8650 ab. Übersteigt ein Verkaufserlös den Restbuchwert, entsteht ein Ertrag aus dem Anlagenabgang (8920); liegt er darunter, ein entsprechender Aufwand. Die richtige Auflösung setzt eine saubere anlagenweise Führung der kumulierten Abschreibung voraus; die Beurteilung im Einzelfall ist Sache der steuerlichen Vertretung.